Es gibt seit Sommer 2026 auch in Thüringen die Möglichkeit, im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U7 bis U10 an einer Früherkennungsstudie (Fr1da) zum im Kindesalter zunehmenden Typ-1-Diabetes teilzunehmen.
Die Typ-1-Diabetes Früherkennung soll helfen, die Erkrankung in einem frühen Stadium, noch vor dem Auftreten von Krankheitszeichen, zu erkennen und so eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung (Überzuckerung) zu verhindern.
Was ist Typ 1-Diabetes?
Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter und eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass das körpereigene Immunsystem sich gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse richtet und diese allmählich zerstört. In der Folge fehlt es an Insulin, um den für die Körperzellen notwendigen Zucker in die Zellen zu schleusen. Es kommt zu einer Überzuckerung in im Blut mit den typischen Symptomen des Diabetes wie Durst, häufiges Wasserlassen, permanente Müdigkeit und Gewichtsverlust. Bestätigt sich die Diagnose, muss Insulin gespritzt werden (Pen/Pumpe), damit das Kind gesund aufwachsen kann. Die meisten Menschen, die an Typ-1-Diabetes erkranken, entwickeln die Erkrankung im Kindesalter.
Was ist die Fr1da-Studie zur Früherkennung des Typ-1-Diabetes?
Die Bestimmung der krankmachenden Inselautoantikörper wird anhand weniger Blutstropfen durchgeführt, die durch einen kleinen Stich in den Finger gewonnen werden. Die Blutprobe wird an das Labor des Center for Regenerative Therapies, TU Dresden geschickt. Dort wird es mit speziellen Testmethoden untersucht.
Alle Kinder in Thüringen sowie 11 weiteren Bundesländern können jetzt in einem Alter von 2 bis 10 Jahren an der Fr1da- Früherkennungsstudie teilnehmen. Die Teilnahme ist für Ihr Kind kostenlos. Da Inselautoantikörper häufig bereits schon in den ersten 3 Lebensjahren nachweisbar sind, wird eine Testung bereits ab einem Alter von 2 Jahren empfohlen.
Die Untersuchung sollte im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen stattfinden.
Was sind die Vorteile der Früherkennung des Typ-1-Diabetes?
Sollte bei der Untersuchung festgestellt werden, dass Ihr Kind Inselautoantikörper im Blut hat, kann es von Anfang an optimal betreut und behandelt werden.
So können lebensbedrohliche Überzuckerungen verhindert werden, die relativ schnell und ohne Vorwarnung auftreten können. Betroffene Kinder und Eltern werden dann ausführlich informiert und beraten. Außerdem werden heute neue Behandlungsmöglichkeiten erforscht, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Was geschieht mit dem Testergebnis?
Unauffälliges negatives Testergebnis:
Kinder mit einem negativen Ergebnis (kein Frühstadium) können zu einem späteren Zeitpunkt, jedoch mindestens mit 12 Monaten Abstand ein zweites Mal getestet werden. Empfohlen wird eine zweite Testung mit 6-7 Jahren.
Wenn bei Ihrem Kind bei dieser Untersuchung keine Inselautoantikörper im Blut gefunden werden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass es später noch Typ-1-Diabetes entwickeln wird.
Auffälliges positives Testergebnis:
Bei Kindern mit auffälligen Antikörpern wird zunächst ein Kontrolltest durchgeführt. Anschließend erfolgt innerhalb von 6 Wochen ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT/Zuckerbelastungstest), um zu bestimmen, ob schon eine Veränderung im Glukose-Stoffwechsel vorhanden ist.
Umsetzung in unserer Praxis
Wir werden Sie zur Vorsorgeuntersuchung fragen, ob Interesse an der der Teilnahme besteht.
Bitte sprechen auch Sie uns jederzeit an, wenn Rückfragen sind oder Ihrerseits Interesse besteht. Wir werden Sie gern beraten und die nötigen Schritte bei Teilnahmewunsch einleiten.
Es sollten beide Sorgeberechtigten einverstanden sein.
Sie sind nicht zur Teilnahme verpflichtet und können sich ggfs. auch später noch für eine Teilnahme entscheiden.
Weitere Informationen über die Fr1da Studie finden Sie unter:
https://www.typ1diabetes-studien-sachsen.de
https://typ1diabetes-studien-sachsen.de/assets/files/Infoflyer.pdf